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How wolves change rivers
2020-11-04 13:14:40

Wie Wölfe Flüsse verändern

Über das Phänomen der Trophic Cascade im Yellowstone habe ich bereits in einem früheren Blogeintrag berichtet. Hier möchte ich noch auf das Video hinweisen, das den Einfluss der Wölfe auf ihr Umfeld von über 20 Jahren Forschung darstellt.

Zum Video: How Wolves change rivers

Ausstellung in der Deutschen Bank in Berlin
2020-10-15 11:44:10

MYTHOS WOLF

Am 13.10.2020 um 9.30 Uhr sind die Wölfe in die Deutsche Bank in Berlin eingezogen und werden in diesen tollen Räumlichkeiten bis Ende März 2021 bleiben. Auch wenn aktuell gerade keine Vernissage stattfinden kann, werde ich den Ausstellungsverlauf regelmäßig dokumentieren und auf die geplanten Veranstaltungen hinweisen.

Veranstaltung: Ausstellung "Mythos Wolf"
Zeit: 13.10.2020 bis 31.03.2021
Ort: Deutsche Bank Berlin, Otto-Suhr-Allee 6-16, 10585 Berlin

Conservation Photography
2020-10-31 13:50:56

Ich möchte auch auf die Organisation ILCP aufmerksam machen. Es ist ein gemeinnütziger Verbund in den USA, der sich zum Ziel gesetzt hat, Umwelt- und Kulturschutz durch ethische Fotografie und Film zu unterstützen. Den dazu formulierten "Code of Conduct" möchte ich jedem, der mit einer Kamera unterwegs ist, ans Herz legen.

Wölfe und Kraniche in der Lausitz
2020-09-26 12:47:16

Seit über 20 Jahren kehrten die Wölfe wieder nach Deutschland zurück. In den ehemaligen Braunkohleabbaugebieten, die sich in der Lausitz über eine Fläche von fast 900 Quadratkilomenter erstrecken, bieten sich gute Rückzugsmöglichkeiten für Wölfe und viele andere Wildtiere. Zum ersten Mal darf ich in der Abenddämmerung sieben spielende Wolfswelpen beobachten. Sie laufen zwischen Graukranichen und holen sich zwischendurch Fische aus dem Wasser. Die Dämmerung schreitet voran und das Heulen der Wölfe hallt in die Nacht. Die Grenzen zwischen Zivilisation und Wildnis scheinen hier zu verschwimmen. 

Happy little wolf pup
2020-06-08 16:30:09
Wolves Photo Art
2019-12-15 17:53:08

Wolves Photo Art - Der Entstehungsprozess

Die Gelegenheiten einen Wolf zu fotografieren sind äußerst selten. Meistens lassen sie sich wochenlang nicht blicken. Aber irgendwann, in unerwarteten Momenten, steht plötzlich ein Wolf mitten im Schneefeld. Oft ist er wie aus dem Nichts aufgetaucht und im nächsten Augenblick wieder verschwunden. Jede Begegnung mit dem Wolf ist so besonders und einzigartig, dass ich dieses Gefühl auch in den Bildern wiedergeben möchte.

Daher erfolgt der Druck auf rostigen Stahlplatten, die mehrere Monate im Freien verwittern und in ihrer rostigen Struktur dem Wolf noch mehr Kraft und Tiefe verleihen. Passend zum Motiv kommen auch Trägermedien aus verflüssigtem Stahl zum Einsatz. Ein spezielles Verfahren bewirkt, dass Bild und Trägermedium „ineinanderfließen“. Dieses Spiel mit teilweise unvorhersehbaren Elementen erzeugt ein nicht wiederholbares Gesamtwerk, das über die Zeit sein Aussehen verändert.

Trophic Cascade
2019-12-15 17:43:15

Own Nature

"The wolf, who performs a vital function in the ecosystem is guided by its own nature. The wolf simply is. He never tries to be what he is not." Susan Imhoff Bird

Das Phänomen der Trophischen Kaskade

Seit 1995, seit der Wiederansiedelung der Wölfe, wird auch in Yellowstone das Phänomen der Trophic Cascade beobachtet und beforscht. Mit dem Verschwinden des letzten Wolfes in 1926 nahm die Population der Wapitihirsche extrem zu, was neben der Überweidung auch die Gefährdung von Espen und Pappeln mit sich zog. Da die Hirsche auch in den unübersichtlichsten Stellen gefahrlos alles abgrasen konnten, ohne einen Angriff der Wölfe fürchten zu müssen, konnte sich der Pflanzenbestand an keinem Ort weiterentwickeln. Auch die Ufervegetation ging massiv zurück, was die Artenvielfalt in diesen Gebieten drastisch verringerte. Für Biber, einige Vogelarten und Amphibien boten sich kaum noch Lebensräume. Durch den fehlenden Druck der Wölfe vermehrten sich auch die Kojoten, was einen massiven Rückgang von Pronghorns, Hasen und anderen kleinen Nagetieren bewirkte.

Über Jahrzehnte versuchte der Mensch das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen, was ihm nicht annährend gelang. Erst als die Wölfe wieder zurückkamen, begann sich die Natur sichtbar zu erholen. Die Wapitihirsche wussten instinktiv wie sie sich vor Angriffen schützten und bevorzugten Plätze mit Weitblick. In den Gebieten, die von den Wapitihirschen gemieden wurden, erreichten die Espen bald eine Höhe von bis zu 15 Fuß. Mehr Weiden und Pappeln boten auch wieder Baumaterial für Biber. Und ihre Burgen und Dämme schufen Lebensräume für kleine Säugetiere, Vögel, Fische und unzählige Insektenarten. Bären konnten sich durch das reichhaltige Angebot an Beeren und Kräutern ausgewogener ernähren und Füchse und Greifvögel fanden durch den Rückgang der Kojoten wieder ausreichend Nahrung.

Nachdem Wölfe im Vergleich zu Berglöwen und anderen Beutegreifern im Offenen jagen, sind ihre Jagderfolge auch für andere Fleischfresser gut erreichbar. Obwohl die Jagd für sie oft lebensgefährlich ist, verlassen die Wölfe zwischendurch ihre Beute. In ihrer Abwesenheit tummeln sich Raben, Greifvögel, Bären, Füchse und Kojoten. Meistens geht die Hälfte ihres Kadavers an die Bewohner des Tals. Auch wenn die Zahl der Wölfe in den ersten Jahren aufgrund des reichhaltigen Nahrungsangebotes von 20 Wölfen auf 180 Wölfe angestiegen war, bewegt sich ihre Population in Yellowstone mittlerweile zwischen 90 und 100 Wölfen.

Seit der Rückkehr der Wölfe wurde ein natürlicher Erholungsprozess beobachtet. Forschungsbefunde aus unterschiedlichen Disziplinen stützen diese Entwicklung. In den letzten 23 Jahren, in denen die Wölfe wieder durch Yellowstone ziehen, wurde die Ausgewogenheit der Natur wieder hergestellt. 

"I should say that wolves present the greatest test of human wisdom and good intensions." Paul Errington

Mythos Wolf
2019-12-15 17:20:53

Mythos Wolf

Der Wolf kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, in der er wie kein anderes Tier die Phantasie des Menschen anregte und Kulturen mitgestaltete.

Der Wolf prägte die religiöse und mystische Vorstellungskraft vieler Hochkulturen. In der altgermanischen Mythologie gilt er als Symbol dunkler Mächte. So wird er mit dem ruhmvollen Tod des Kriegers oder des Herrschers in Verbindung gebracht. In Ägypten ist es der Totengott oder Seelenbegleiter Anubis, der die Sterbenden begleitet und ihrer Seele beim Übergang in die Anderswelt hilft und beisteht. Häufig symbolisieren die Polarwölfe mit ihrer weißen Farbe die nicht sichtbare Wirklichkeit, eine Geisterwelt, in die Schamanen reisen und in die die Menschen eintreten, wenn sie sterben. In der germanischen Mythologie reitet die Seele auf einer Wölfin in die Anderswelt.

Für viele Naturvölker ist der Wolf ein Totem, der Ursprung ihrer Existenz. Die führenden Geschlechter vieler Turk- und Tatarenvölker leiteten ihre Herkunft von einem Wolf ab. Für sie galt er als heiligstes und höchstes Totem. Der Mongolenfürst Dschingis Kahn war besonders stolz auf seinen Ahnherrn, den Wolf. In der griechischen Mythologie gilt der Wolf als Beschützer für die Menschen. Aphrodite, die Göttin der Liebe, erscheint oft in Begleitung eines Wolfes.

Das alte Rom wurde der Sage nach von Romulus und Remus gegründet, die ihr Leben der Wölfin la Lupa zu verdanken haben. Noch heute gilt die Wölfin als Symbol warmherziger Mütterlichkeit. Die Kelten schilderten den Wolf als lebenserhaltend und zerstörend zugleich. Der Sagenheld Cormac mac Art wurde gleich nach der Geburt von einer Wölfin verschleppt und aufgezogen. Als er König wird, nimmt er seine wölfische Familie mit nach Tara und beschützt sie und ihre Nachkommen. Für die Kelten war der Wolf aber auch der Zerstörer, der Verschlinger der Sonne, das reißende Raubtier.

In Palästina wurde der Wolf erstmals zum Sinnbild des Bösen. Ein Vorgeschmack von dem, was der Wolf bis vor Kurzem von den Menschen zu erwarten hatte. Bei den Christen stiftete der heilige Franz von Assisi zwischen Wolf und Menschen den Frieden, indem er dem Wolf vorschlug, dass ihn die Menschen bis zu seinem Lebensende mit Nahrung versorgen, wenn er weder Tieren noch Menschen etwas zuleide tut. Der Wolf legte seine Pfote in die Hand des Franziskus und lebte daraufhin bei den Menschen in der Stadt.

Die Indianer sahen im Wolf den Bruder, in der Sprache der Sioux sogar tashunka wakan den „heiligen Bruder“, einen Teil der geehrten Natur und verehrten ihn als Jagdgenossen, Lehrer und Totem. Die Eskimos bewunderten vor allem seine Intelligenz, sein Geschick und seine Fürsorge. Indianer und Eskimos hatten ein positives Wolfsbild, obwohl er von der Jagd nicht verschont blieb. Die Indianer sehen noch heute im Wolf ein Du, dem sie Respekt und Wertschätzung entgegenbringen.

Eine Weisheit aus dem Yukon besagt, der Mensch sollte sein Sozialverhalten vom Wolf und den Ernährungsplan vom Bären übernehmen.

Wölfe in Europa
2019-09-01 11:59:07

Ich möchte hier auf einen tollen Blogbeitrag hinweisen, der sich mit der Koexistenz von Menschen und Wölfen befasst.

Conflict Exploration: European Wolves
by Tanja Straka and Lysanne Snijders

The case study

We are focusing on a hot topic in Europe: the return of the wolves.
While there have been heated debates and new regulations in Germany, we wondered:
(1) Why do people struggle so much with the return of wolves?
(2) Should killing of wolves in Germany be allowed/legal?
(3) What would be the best first step(s) to address this conflict in Germany or other countries in similar situations?
Here, we asked three experts in their fields (Human Dimensions, Wildlife Research and Moral Philosophy) about their perspectives

Die Kunst der Leichtigkeit
2019-05-21 17:23:37
Buchvorstellung: Spitfire - Momentaufnahmen aus dem Leben einer Leitwölfin

Veranstaltung: Das Leben von Spitifre
Zeit: Samstag, 11. Mai 2019, 15.00 Uhr.
Ort: Potsdamer Platz 1 / 7. Etage

Vielen Dank an alle, die diesen wunderbaren Tag mitgestaltet haben!
Jana Malin 

Wolfkodex
2019-05-08 11:11:14

Spitfire - Momentaufnahmen aus dem Leben einer Leitwölfin
2019-03-23 13:56:48

Spitfire - Inspirationen für unser Leben

Spitfire war die Leitwölfin des Lamar Canyon Pack im Yellowstone Nationalpark. Als ich 2012 das erste Mal mit diesem Rudel in Kontakt kam, war Spitfire gerade einmal zehn Monate alt. Seitdem reiste ich mehrmals im Jahr zu den Rocky Mountains in der Hoffnung, sie wieder zu treffen. Auch wenn die Begegnungen äußerst selten waren, ihre Präsenz war immer spürbar. 

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Spitfire, wie sie zur Leitwölfin aufsteigt und ihr Rudel voller Hingabe durch sich ständig ändernde Herausforderungen führt. Fotos, Tagebuchaufzeichnungen, Beobachtungsberichte und ein Briefwechsel sollen den Betrachter einladen, sich in die Wildnis hinaustragen zu lassen. In eine Welt voller Wunder, in der unglaublich viel Kraft und Freiheit mitschwingen und unser Leben hier in der Zivilisation auf faszinierende Weise berühren kann.

Zum Buch Spitfire: www.mythoswolf.de

Wölfe in Deutschland
2019-03-03 21:05:36

Frische Wolfsspuren in Fläming

Beim Fährtenlesen, veranstaltet von Paul Wernicke, fanden wir nur eine Stunde südlich von Berlin frische Wolfsspuren. Es hat am Vortag geregnet und so war eine deutliche Prägung am Boden zu erkennen. Ihre Spuren verraten, dass sie nicht nur durch das Gebiet durchzogen. Das zweite Bild zeigt eine Stelle, wo mehrere Wölfe zusammentrafen.

Spitfire an der Grenze von Yellowstone erschossen
2018-12-20 17:08:03

Spitfire, die Leitwölfin des Lamar Canyon Rudels, wurde am 24.11.2018 an der Grenze von Yellowstone erschossen.

Nachdem diese Wölfin weltweit bekannt war, entfachen erneut die Diskussionen über die kurzsichtigen Regeln im Wolfmanagement. Millionen von Besuchern erfreuen sich jedes Jahr am Anblick von wild lebenden Wölfen im Yellowstone Nationalpark. Da diese Wölfe die Präsenz von Menschen gewohnt sind, bleiben sie zwar scheu, laufen aber auch durchaus entlang der Straße, wenn die Schneemassen zu heftig werden und sie dadurch Energie sparen können. Auf diese Weise sind Yellowstone Wölfe immer eine leichte Beute für Jäger. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ein Großteil der Wölfe Halsbänder mit Radiosendern trägt, die von den Jägern ebenfalls leicht geortet werden können. Es ist sehr schwer zu verstehen, dass gerade nach diesem traurigen Ereignis das Wolfforschungsprojekt gleich einige weitere Wölfe im Park gecollart hat, obwohl diese Problematik bekannt ist, und die Jagd noch bis März andauert. An der nordwestlichen Grenze von Yellowstone wurde auch die Leitwölfin des 8 Mile Rudels getötet. Seit September, seit Beginn der Jagdsaison, wurden allein in Montana bereits 150 Wölfe getötet. Und es dürfen noch immer Fallen gestellt werden. Es ist bekannt, dass sich die Zahl der Wölfe in Abhängigkeit zu Ihrem Nahrungsangebot selbst reguliert – siehe Yellowstone. Obwohl innerhalb der Grenzen nicht gejagt wird, pendelt sich die Wolfpopulation bei etwa 100 Wölfen ein. Der Jagddruck bedeutet für die Wölfe, dass sie im jüngeren Alter Welpen zur Welt bringen und durch fehlende erfahrene Wölfe nicht mehr imstande sind große Wildtiere zu jagen. Somit können sie auch Nutztieren gefährlich werden.

Wölfe im Rathaus Schönefeld
2018-11-23 13:50:21

Veranstaltung: Ausstellungseröffnung: Fotokunst Wolf von Jana Malin.
Zeit: Freitag, 23. November 2018, 11.00 Uhr.
Ort: Rathaus Schönefeld, Berlin.

Vielen Dank an Herrn Bürgermeister Dr. Udo Haase, dass die Wölfe bis Jänner 2019 Rathausluft schnuppern dürfen. Neben den Wolfsbildern, die auf rostige Stahlplatten mit verflüssigtem Metall gedruckt sind, ist auch die präparierte Wölfin Bella zu sehen, die bei einem Verkehrsunfall in Berlin Schönefeld ums Leben kam.

Vielen Dank an Angela Hybsier. Sie hat mir die Fotos zur Verfügung gestellt. v.li.: Dr. Udo Haase, Bürgermeister von Schönefeld, Dr. Ina Pokorny, Naturkundemuseum Potsdam, Jana Malin, Dr. Manfred Bobke-von-Camen, Geschäftsführer Personal Flughafen BER.

Wölfe in den Eiswelten Berlins
2018-09-15 00:00:00

Vielen Dank an alle, die mitgefeiert haben! ...eine unvergessliche Nacht......!

Veranstaltung: Jana Malin: Wölfe – Spuren in verborgene Welten. 
Zeit: Freitag, 14. September 2018, 19.30 Uhr.
Ort: ANGIYOK - The Arctic Experience - Berliner Eiswelten

Gezeigt wurden meine Fotos auf rostigen Eisenplatten und verflüssigtem Stahl - Unikate, die den unvergesslichen Moment einer einzigartigen Begegnung symbolisieren. Inspirierende Lebensgeschichten der Wölfe hinter den Bildern, Einblicke wie diese Fotos entstanden sind sowie einmalige Filmaufnahmen vom berühmten Dokumentarfilmer Bob Landis, ließen uns fast ihren Atem spüren..

Es war eine Nacht voller Emotionen und Leidenschaft, und zwischendurch wagten wir einen Spaziergang bei -10°C durch eine kunstvoll gestaltete Landschaft aus blankem Eis. 

Liebe Grüße und bis bald!
Jana Malin 

Speakers Night
2018-11-19 19:32:35

Das Leben von Shewolf

Veranstaltung: Speakers Night von Peter Lüder.
Jana Malin: Das Leben von Shewolf und Bilder auf Rostplatten mit verflüssigtem Stahl.
Zeit: Samstag, 7. Juli 2018 um 19.30 Uhr.
Ort: Berliner Kriminal Theater, Palisadenstrasse 48, 10243 Berlin

Auszug aus dem Tagebuch
2018-11-19 19:32:39

Auszug aus dem Tagebuch: Yellowstone im Winter

Mit diesen Einblicken möchte ich Euch auf eine Reise in den Yellowstone einladen. 
Die skizzenhaften Aufzeichnungen stammen vom 2. Februar 2018.
Ein Tag, der unvergesslich bleibt.
 
6.00: Start ins Lamar Valley (Northern Range von Yellowstone). Die schneeglatte Fahrbahn ist nur noch mit einem wintertauglichen Jeep befahrbar. Die meterhohen roten Begrenzungsstäbe geben Hinweise auf die darunterliegende Fahrbahn. Es hat -9° und es schneit schon seit sieben Tagen.

7.00: Eintreffen am östlichen Rand des Lamar Valley. Hier befindet sich auch das Revier des Lamar Pack, das aufgrund von einigen Verlusten derzeit 3 Wölfe hat. Black Lamar (Leitwölfin), Small Dot (Leitwolf) und Little T (Tochter der Leitwölfin).

7.15: Beginn der Morgendämmerung. Die feinen Schneeflocken schieben sich als dichter Vorhang über das gesamte Gebiet. Es geht kein Wind. Unendliche Ruhe liegt über dem Tal.

7.38: Plötzlich beginnen die Lamarwölfe zu heulen. Ein Wolf heult nördlich von mir, die anderen beiden südlich. Ihre Tonlagen sind sehr unterschiedlich. Das Heulen der Leitwölfin dringt eindeutig vom Norden ins Tal. Wie in einem riesigen Tempel hallen ihre Gesänge nach. Sie heulen schon eine ganze Weile und man wagt bei diesen anmutigen Melodien kaum Luft zu holen.

7.52: Parallel verschiebt sich ihr Heulen weiter nach Westen. Das Schneewehen verhindert jede Sicht. Ich taste mich weiter durch den weißen Nebel.

8.05: Stille.

8.10: Plötzlich taucht die Leitwölfin nur wenige Meter entfernt vor der Baumgrenze auf. Sie wartet kurz, schätzt die Lage ein und quert durch den metertiefen Schnee das Tal zu den anderen Wölfen. Innerhalb von wenigen Sekunden ist sie wieder verschwunden. Eine Begegnung wie diese ist wie ein Blitz ins Herz. Alles ordnet sich neu. Es ist eine Erfahrung, die sich in jede Zelle einbrennt. Manchmal vergesse ich sogar darauf zu fotografieren. Doch dieses Foto oben zeigt das Zusammentreffen mit der Leitwölfin.

11.00: Es klart langsam auf. Ich warte noch immer, ob die Wölfe wieder auftauchen.

11.43: Schließlich steige ich ins Auto und fahre mehrere Meilen zu dem Hügel, hinter dem sich ihre Höhle verbirgt.

12.25: Eine Wolfsfährte führt Richtung Lamar River. Ich folge der Fährte und entdecke plötzlich Blutstropfen. Man glaubt gar nicht, wie schnell man wieder im Augenblick angekommen ist. Alle Sinne sind geschärft. Ich ringe mit mir, ob ich weitergehen soll. Die Hügel sind nicht sehr hoch und ineinander verschoben, sodass immer nur die nächste Erhebung eingesehen werden kann. Dass Flussufer ist noch einige Hügel entfernt. Ich stapfe weiter durch den nachgebenden Untergrund.

12.35: Die Spuren gehen wieder in reinweißen Schnee über. Die Wölfe sind mit ihren Läufen eindeutig besser ausgestattet. Ohne Schneeschuhe ist jeder Schritt auf dem mit Untiefen gesäumten Pfad eine Herausforderung. Die Wölfe kennen den Weg. Und man ist gut beraten keinen Schritt daneben zu setzen.

13.10: Ich erreiche das Flussufer. Die Fährte verflüchtigt sich. Wahrscheinlich haben sie den Fluss gequert. Es ist weit und breit kein verletztes Tier zu sehen. Im Nachhinein habe ich auch erfahren, dass sich Wölfe beim Laufen oft die Zunge verletzen, was das Blut am Boden erklären kann.

15.00: Das Wetter hat sich beruhigt und ich sitze noch immer am Flussufer. Mit all der Sille ringsum kommt einem das Rauschen des Flusses ziemlich laut vor. In der Ferne ziehen Bisons durch das Tal. Zwischendurch tauchen immer wieder neugierige Kojoten auf. Alles wirkt friedlich und elektrisiert zugleich.

17.30: Die Abenddämmerung setzt ein. Das schimmernde Weiß verwandelt sich in ein dumpfes Grau.

18.00: Der Weg zurück führt wieder durch das Lamar Valley, das die Wölfe vor einigen Stunden querten.
 
Liebe Grüße!
Jana Malin

Ausstellung Galerie Achtzig
2018-11-19 19:32:47

WOLF - WAHRNEHMUNG - DEUTUNG

Veranstaltung: Gruppenausstellung. Jana Malin: Wolf – Wahrnehmung - Deutung.
Zeit: Samstag, 30. August 2014, 19.30 Uhr.
Ort: Galerie Achtzig, Brunnenstrasse 150, 10115 Berlin.

Wolf Tracks to hidden Worlds
2018-11-19 19:32:47

Sonderausstellung in der Berlinischen Galerie

Veranstaltung: Jana Malin – Wolf Tracks to hidden Worlds.
Zeit: Sonntag, 1. Juni 2014 von 11.00 bis 19.00 Uhr.
Ort: Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124-128.

11.00 Uhr / 13.00 Uhr / 15.00 Uhr / 17.00 Uhr: Verborgene Welten
Einblicke in das Leben wild lebender Wölfe von Jana Malin
17.30 Uhr: Wolfsszenen. Klavierkonzert von Dirk Andreas